Fokus !

Warum dieses Video von Dwayne The Rock Johnson? Er hat verstanden, worum es geht. Und sein Erfolg begründet sich genau auf diesem Verstehen. Konzentriert Euch auf die wesentlichen Dinge, lasst den Blödsinn, die Ablenkungen weg. Denn alles, was Euch umgibt und nichts mit dem eigentlichen Ziel zu tun hat, bringt Euch vom Erreichen des Ziels ab.

Im Studio – wie in seinem Falle – ist das der kleine Small Talk mit den Freunden, Unterbrechungen durch Fernsehen, Leute die Blödsinn machen, Radau….die Liste ist endlos und wahr; kann ich bestätigen.

In unserem Leben sind wir nur von diesen Ablenkungen umgeben, dauernd, fortlaufend. Nur zu leicht gehen wir Aufgaben aus dem Weg, die uns lästig erscheinen. Die nichts mit „mal locker erledigen“ zu tun haben. Wir setzen uns lieber auf die Couch, um uns stumpf vom Fernsehen berieseln zu lassen. Surfen im Internet, prüfen dauernd den Status auf Facebook, schreiben WhatsApp Nachrichten. Was kompliziert erscheint wird ausgeblendet.

Und hier greift der Minimalismus. Konzentriert Euch auf die wichtigen Dinge! Lasst Euch nicht ablenken. Denn dadurch verlieren diese guten Momente an Wert. Die lästigen Aufgaben, die Euch aber mit Stolz erfüllen, wenn Ihr sie vollendet habt. Und es geht nicht nur um Euer Tun, Eure Disziplin!

Ich kenne das Beispiel nur zu gut. Wer hat nicht „Freunde“, die dauernd surfen und chatten, während man sich versucht mit Ihnen zu unterhalten. Unhöflich, unverschämt und verschwendete Zeit. Wie schön ist es, mit jemandem zu reden, zu quatschen und dabei einen guten Wein oder ein Bier zu trinken. Die Probleme und Gedanken, die dich bewegen mit jemandem zu diskutieren und vielleicht sogar dadurch eine Lösung zu finden – oder zumindest Zuspruch, Trost und Verstehen. Ein Gespräch unter Freunden, ein Austausch. Sonst nichts. Und dadurch soviel mehr wert!

Diese Momente haben Qualität und dauern an, bereichern das Leben. Und nicht der Statusbeitrag von XY an der Pinnwand, die Wiederholung eines Films, den man schon kennt.

Was ist denn das überhaupt?

Die Frage, um was es bei dem Thema Minimalismus geht ist natürlich berechtigt, denn nur allzu leicht kommt man in die Versuchung das  mit den Worten abzutun: „Alles muss weg!“ Jeden Besitz eliminieren, bis zum Schluss nur noch 15 Dinge übrig sind – HIER ein Beispiel dazu.

Aber das entspricht nicht der Wahrheit! Natürlich geht es darum, sich von dem  bei uns stark verbreiteten Lebensstil des Übertreibens in allen Lebenslagen zu lösen. Doch diese Loslösung von dem Fokus auf das Materielle ist nur ein Teilaspekt.

Es geht um die Schaffung von Freiräumen. Für uns, in unserem Leben. Die wichtigen Dinge im Leben in den Vordergrund zu stellen. Mehr Zeit zu haben. Die Ablenkungen zu reduzieren. Qualität zu erfahren. Dies geschieht nicht nur durch weniger Konsum. Unser Leben ist in allen Bereichen überlastet.

Zuviel Stress durch den Job – ich schreibe ausdrücklich nicht Beruf. Wer von uns folgt tatsächlich seiner Berufung?!

Schulden, die uns belasten. Die uns unsere Freiheit nehmen. Die fast ausschließlich durch Konsum entstehen; mit Geld, das wir gar nicht haben.  Der Besitz von Dingen, die wir nicht brauchen. Und tatsächlich, um Menschen zu beeindrucken (und ja, auch Menschen, die wir blöde finden – vielleicht gerade diese Menschen).

Die Verschwendung von kostbarer Zeit. Durch Fernsehen, Facebook, emails etc. – alles rund um die Uhr.

Wir können mit dem Gedanken des Minimalismus tatsächlich etwas bekommen. Sogar mehr, als wir aktuell haben. Zufriedenheit, Gelassenheit. Und dies durch das Weglassen.

Ein wunderbarer Ansatz. Durch weniger mehr.

Besteck-Armada

Mein Mutter starb im Oktober 2009. Mehr oder weniger überraschend für uns alle. Aber es war auf keinen Fall so, dass ich damit nicht gerechnet hatte; nur eben nicht so schnell.
Es ist erschütternd mit anzusehen, wie der Raubbau am eigenen Körper – in körperlicher wie seelischer Hinsicht – einen Menschen zerstören kann. Alkohol, Zigaretten, schlechte Ernährung und kein Sport enden zwangsläufig in einer Sackgasse. Fehlt es dann noch an Zufriedenheit, dem Gefühl von persönlicher Freiheit und dem Empfinden sich am richtigen Platz zu befinden…es wird niemandem schwer fallen es sich auszumalen.

Nach Beerdigung, Formalitäten und dem sich klar werden über die neue Situation stand etwas an, vor dem ich nicht wusste, wie ich mich dabei fühlen würde – die Haushaltsauflösung meiner Mutter. Im Grunde würde ich ihr gesammeltes Leben nach mehr als 60 Jahren in den Händen halten.
Was würde ich behalten wollen und müssen? Was hatte für meine Mutter eine Bedeutung; was für mich? Das Erschütternde war keineswegs, die persönlichen Gegenstände durchzuschauen und mit Erinnerungen konfrontiert zu sein.
Was mich am meisten deprimiert hat war die Ansammlung von Zeug, mit dem meine Mutter ihr Leben vollgestopft hatte. Die wichtigen Dinge im Leben blieben auf der Strecke: Familie, Freunde, Hobbys, Selbstverwirklichung. Und wurden einfach ersetzt durch ein vermeintliches Glücksgefühl, ausgelöst durch Konsum und Besitz. Was natürlich überhaupt nicht funktioniert hat.

Ich habe tatsächlich 4 verschiedene, komplette Bestecksets eingesammelt. Und mich dadurch an Diskussionen mit meiner Mutter erinnert, warum diese exisitieren.
Es gab ein Besteck für den Alltagsgebrauch. Billig, aus Plastik und Blech – sozusagen zu eigenen Verwendung (1). Dann gab es ein gutes Besteck für die Gäste (2). In einer Schublade im Schrank wurde dann das Service für Weinachten und Geburtstage aufbewahrt (3/Silber/in einer Schatulle!). Und zum krönenden Abschluss gab es noch das heilige Edelservice aus grauer Vorzeit (4) – Silber und Gold, in einem Aktenkoffer-Monster, mit Samt ausgeschlagen – in 40 Jahren noch nie benutzt.

Wie kann man sich damit belasten? Ernsthaft! Wann benutze ich für wen welches Set? Ist es angemessen? Abgesehen von dem Platz, der dafür verschwendet wird und dem Irrsinn, dass eine alleinstehende Frau etwa 200 Teile an Besteck besitzt, stellt sich die Frage:

Warum nicht ein tolles Besteck benutzen und sich daran erfreuen. Egal, ob für das Frühstück alleine oder für die Gäste, die kommen. Warum sich selbst nur das billige Blechzeugs benutzen lassen und sich die Freude nehmen, mit dem 400.- € WMF Zeugs zu essen. eine absurde Art der Selbstdegradierung.

Was hab ich noch gefunden: ein Steak-Messerset, dass mit Rechnung (300.- €) in einem Koffer vor sich hin gammelte. Ein Topfset (18 Teile/ mehrere hundert Euro), von dem nur 2 Töpfe in Gebrauch waren…….und ich bin immer noch nur in der Küche! Es gibt leider noch viel mehr aufzuzählen.

Was will ich Euch damit sagen? Erfreut Euch an den schönen Dingen im Leben. Nehmt das Sonntagsbesteck. Vergesst die Idee des Zweit- und Drittsets. Mehr bedeutet nicht besser!

loeffel